5 | Kerstin Hummes | Pappelturm

Konzept | 16 Pappeln | Nordpark Bonames

achteckige Bepflanzungsfläche im Nordpark Bonames

Hölderlin wohnte ab 1807 in Tübingen beim Tischlermeister Ernst Friedrich Zimmer. Zu jener Zeit war die Grundfläche des Hölderlinturms achteckig, durch einen Brand im Jahr 1875 wurde er allerdings zerstört. Die achteckige Architektur wurde beim Wiederaufbau nicht beibehalten, eine gerundete Fassung trat an deren Stelle.
In Erinnerung an die ursprüngliche Form des Turms zu Hölderlins Zeiten sollen in der Arbeit „Pappelturm“ insgesamt 16 Pappeln im Nordpark Bonames in der Anordnung eines Achtecks gepflanzt werden. Die Grundfläche des gewählten Standortes im Nordpark ist ebenfalls achteckig, es handelt sich dabei um den einstigen Platz einer Grillhütte, die ebenfalls dem Feuer zum Opfer fiel. Dieser Platz liegt nahe der historischen Brücke am Ortseingang von Bonames, die auch Hölderlin während seiner zahlreichen Wanderungen überquerte.

Das leise Rascheln der Pappeln erinnert ihn an die gemeinsame Zeit mit Susette und an die zurückgelegten Fußwege zwischen Bad Homburg und Frankfurt.
Peter Härtling schreibt in seinem Buch „Hölderlin. Ein Roman“ (S.388):

„Im Westen, zum Taunus hin, säumten Silberpappeln einen Bach.
Tagsüber, wenn die Sonne gegen sie stand, glitzerten sie und wurden zu schwerelosen Körpern. Henry liebte es, auf sie zuzuwandern: Weil sie immer wirklicher werden und weil sie, wenn man ihnen nah ist, zu flüstern beginnen. Pappeln sind die einzigen Bäume, die immerfort sprechen.
    Gehst du mit zu den Pappeln, Hölder?“

Die Pflanzung ist für den inneren Ring um die betonierte Feuerstelle vorgesehen, wo nach erfolgter Pflanzung und gewachsenen Pappelwänden der Pappelturm ein Ort sein könnte, an dem Lesungen stattfinden.

Kerstin Hummes

Kerstin Hummes
1979 geboren in Hachenburg
2000 - 2009
Studium der Bildenden Kunst an der Akademie für Bildende Künste Mainz (Prof. Hellmann und Prof. Brembs)\nund an der Ecole Nationale Supérieure d’Arts Paris-Cergy/Frankreich
 2009 1. Staatsexamen Bildende Kunst und Französisch